Warum eine Kugelform?

Neben dem ästhetischen Reiz geschwungener Linien, die sich aus der Hegemonie starrer Formen lösen, bieten nicht rechtwinklig konstruierte Gehäuse entschiedene klangliche Vorteile. Denn während ein Lautsprecher Schallwellen nach außen projiziert, gibt er sie auch in das Gehäuseinnere ab. Von dort werden die Schallwellen dann auf die Membran zurück geworfen, was die Leistung des Lautsprechers beeinträchtigt. Während diese "stehenden Wellen" in einem Quader kontinuierlich zwischen den parallelen Oberflächen hin und her reflektiert werden, leistet eine Kugelform durch die Abwesenheit paralleler Flächen einen großen Beitrag dazu, ihren Aufbau zu verhindern. Dadurch verklingen sie, und die Lautsprecher können völlig unbeeinträchtigt durch stehende Wellen im Gehäuse ihre optimale Leistung entfalten, so dass wir den Klang des Lautsprechers und nicht den Klang des Gehäuses zu hören bekommen.

Obwohl diese Vorteile der runden Gehäuseform bereits seit langem bekannt sind, blieb die rechtwinklige Form im Lautsprecherbau dominant, nicht zuletzt wegen der damit einhergehenden Vereinfachungen in der Konstruktion und aus Kostenerwägungen. Bis vor kurzem hat es nur sehr wenige Fälle gegeben, in denen der Einsatz anderer Materialien im Designprozess es möglich gemacht hat, die runde Form ihre Stärken ausspielen zu lassen. Die Vorherrschaft von Holz oder MDF im Materialbereich hatte üblicherweise eine kosteneffiziente Konstruktion in einer nicht rechteckigen Form ausgeschlossen. Bemerkenswerte Ausnahmen von dieser Regel stellten die Aluminium-Kugellautsprecher von Grundig und Telefunken in den 70er Jahren oder die Panapet Radios in den 60ern dar. Dabei war die ausschlaggebende Forschung auf diesem Gebiet bereits in den 40er Jahren durch die Bell Laboratories durchgeführt worden, und Patente auf entsprechende Entwürfe existierten schon in den 1920er Jahren, als es noch nahezu unmöglich war, Lautsprecher zu konstruieren.


Warum Keramik?

Im Idealfall sollte das Gehäuse eines Lautsprechers so steif wie möglich sein, und dadurch der schwingenden Membran die Möglichkeit bieten, ihren eigenen Charakter voll zu entfalten. Keramik ist von seinen grundlegenden Eigenschaften her ein steifes und reaktionsträges Material. Lautsprecher aus Keramik in voller Größe würden alle Vorteile bieten, die diese Steifheit des Materials in sich trägt, aber sie würden gleichzeitig natürlich ein außerordentlich hohes Gewicht mitbringen. Satellitenlautsprecher bieten sich deshalb als ideale Kandidaten für den Einsatz des Materials an; bei ihnen können durch Größe und Masse hervorgerufene Komplikationen vermieden werden. Orb Akustik verwendet eine optimal auf den Verwendungszweck abgestimmte Materialzusammensetzung für den Keramikkörper. Während unsere größte Aufmerksamkeit der Klangqualität gilt, legen wir auch Wert auf den niedrigen Grad der Umweltbelastung durch Keramik, ein Material, daß aus Quarz, Kaolin, Siliziumoxid, Kaolinit und Aluminiumoxid komponiert wird. Sie sollten die Lautsprecher so behandeln, wie sie mit anderen Objekten aus dem gleichem Material umgehen, seien sie nun künstlerischer oder funktioneller Natur.

Die Keramiklautsprecher von Orb Akustik werden in kleiner Auflage von Hand gefertigt; individuelle Spuren auf jedem Einzelstück machen diesen aufwendigen Entstehungsprozess sichtbar. Mit Ausnahme der hochglänzenden Klavierlackausführung werden alle Gehäusekörper vollständig farbig durchgetönt und kommen ohne ein zusätzliches Finish aus. Auf diese Art und Weise bleibt ihre unglasierte Oberfläche offenporig, natürlich und unverfälscht.


Konzentrische Treiberanordnung

Bedingt durch die Form verlangt ein Zwei-Wege-Lautsprecherdesign in einer Sphäre nach konzentrisch aufgehängten Treibern. Die Funktion führt hier die Form, wobei das Arrangement neue klangliche Vorteile im Hinblick auf den wahrgenommenen, natürlichen Raumklang mit sich bringt. Orb Akustik setzt audiophile Treiber ein, bei denen ein hoch auflösender aber ausgewogen klingender Soft-Dome-Hochtöner aus Seide auf die Basis des Tieftönerkonus montiert ist. Dadurch wird der Schall vom exakt gleichen Punkt abgestrahlt; um den resultierenden Unterschied in seiner ganzen Fülle wahrzunehmen, sollte man ihn aus erster Hand erleben. Es wird heutzutage bereits als selbstverständlich angesehen, dass beim Zwei-Wege-Design der Hoch- und der Tieftöner vertikal übereinander angeordnet sind, wodurch die Höhen von einer anderen Stelle abgestrahlt werden als die Mitten. Bei dieser Art des Designs wird die punktförmige Schallquelle aufgebrochen. Mit dem konzentrischen Treiberdesign wird im Gegensatz dazu eine nahtlose Integration erreicht und der Klang gewinnt eine überzeugende Natürlichkeit. Der abgestrahlte Klang bewahrt unabhängig von der Position des Zuhörers eine überlegene Konsistenz. Dadurch erzeugen die Lautsprecher eine breitgefächerte und gleichmäßige Raumausleuchtung, die den Stereo- und Surround-Sound auf ein neues Niveau des Realismus hebt, das mit konventionellerem Design nicht erreicht werden kann.